
Manche Pflanzen begleiten die Menschheit seit Jahrhunderten. Ingwer (Zingiber officinale) ist eine von ihnen. Und nun rückt die Wurzel erneut ins Licht: Ingwer wurde vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde zusammen mit der Gesellschaft für Phytotherapie zur Arzneipflanze des Jahres 2026 gewählt.
Neue Erkenntnisse
Ausschlaggebend dafür ist eine neue Bewertung seiner gesundheitlichen Wirkung. Fachgremien sehen in der scharfen Wurzel ein bewährtes Naturmittel, das in bestimmten Fällen bei erwachsenen Personen unterstützend wirken kann – so zum Beispiel bei leichten Magen-Darm-Beschwerden, vorübergehender Appetitlosigkeit oder etwa bei Reisekrankheit. Auch bei leichten Gelenkschmerzen und Erkältungssymptomen wird Ingwer mittlerweile neu eingeordnet. Allerdings verweist der Studienkreis auch darauf, dass die Datenlage bei der Anwendung gegen Reisekrankheit nicht einheitlich ist.
Qualität spielt eine wichtige Rolle
Diese Einschätzung stützt sich auf aktuelle Bewertungen des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur. Gleichzeitig wird beton: Nicht jede Wirkung ist eindeutig belegt, und die Qualität der Produkte spielt eine entscheidende Rolle. Untersuchungen von Nahrungsergänzungsmitteln zeigen, dass der Gehalt an wirksamen Inhaltsstoffen stark schwanken kann. Inhaltsstoffe im Ingwer sind unter anderem das ätherische Öl Gingerol, welches für die Schärfe zuständig ist. Darüber hinaus enthalten sind Borneol, Cineol und mit Shogaol und Zingeron weitere Scharfstoffe. Dazu kommt Vitamin C. Bei den Mineralstoffen sind Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Natrium und Phosphor zu nennen.
Schon in der Antike wurde Ingwer bei Beschwerden von Magen, Darm und Atemwegen geschätzt. In der mittelalterlichen Klostermedizin galt er als wertvolle Heilpflanze. Heute wird Ingwer vor allem aus China, Indien und Nigeria bezogen – doch gewinnt sein Anbau auch zunehmend im DACH-Raum an Bedeutung.
Mögliche Nebenwirkungen
Bei manchen Menschen kann Ingwer den Magen reizen. Typische Anzeichen sind zum Beispiel ein unangenehmes Magengefühl, Aufstoßen, Sodbrennen oder Übelkeit. In seltenen Fällen können auch allergische Reaktionen vorkommen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Untersuchungen mit Schwangeren zeigen bislang keine Hinweise auf Schäden für das ungeborene Kind Dennoch empfehlen Fachstellen aus Vorsichtsgründen, Ingwer während der Schwangerschaft nicht regelmäßig oder in höherer Dosierung anzuwenden, da die Datenlage nicht vollständig ist.
Für Anwendungen während der Stillzeit gibt es bisher keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse., daher ist auch hier Zurückhaltung sinnvoll.
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Nach aktuellem Stand sind keine bedeutenden Wechselwirkungen mit Medikamenten bekannt. Laboruntersuchungen deuten zwar darauf hin, dass Ingwer bestimmte Abbauprozesse im Körper beeinflussen könnte, doch in Studien am Menschen zeigte sich keine relevante Wirkung, etwa bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern.
Hinweis:
Die hier geteilten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an medizinisches Fachpersonal.






