
Die Traditionelle Tibetische Medizin (TTM) versteht den Menschen als eine Einheit aus Körper, Geist und Seele. Dieses ganzheitliche System betrachtet das individuelle Wohlbefinden im Zusammenspiel mit der Lebensführung, der inneren Balance und der natürlichen Umwelt.
Zentraler Bestandteil der TTM ist die Idee, dass jeder Mensch Verantwortung für sein Gleichgewicht trägt – sowohl auf körperlicher als auch auf energetischer und geistiger Ebene. Im Vordergrund stehen dabei nicht nur Maßnahmen bei Beschwerden, sondern vor allem Vorbeugung durch eine bewusste Lebensweise, angepasste Ernährung und Achtsamkeit im Alltag.
Ein zentrales Konzept der TTM ist die Bedeutung der Energie – sie gilt als verbindendes Element zwischen Körper und Geist. Gerät diese Energie aus der Balance, kann sich das auf verschiedene Ebenen des Wohlbefindens auswirken.
Nach tibetischer Vorstellung entsteht Energie aus den fünf Elementen: Raum, Erde, Wind, Feuer und Wasser. Daraus leiten sich die sogenannten drei Körpersäfte (Lung – Wind, Tripa – Galle, Beken – Schleim) ab, denen bestimmte Qualitäten wie kalt, heiß oder neutral zugeordnet sind. Das harmonische Zusammenspiel dieser Körpersäfte gilt in der TTM als Grundlage für Stabilität und Ausgewogenheit.
Ziel der Traditionellen Tibetischen Medizin ist es, ein dynamisches Gleichgewicht dieser Elemente und Säfte zu unterstützen – nicht nur durch äußere Anwendungen, sondern durch eine bewusste Verbindung von Bewegung, Ernährung, Verhalten und geistiger Haltung.